Welcome to Vancouver – Week 1

5. September 2016 Places, Vancouver, Van_September

Als ich Mitte Februar meine Bewerbung für ein Auslandssemester an die FH abschickte, schien die Idee von einem Semester in Kanada sehr weit enfernt. Seelisch hatte ich mich schon auf Utrecht oder Barcelona eingestellt. Denn wie hoch sind bitte schon die Chancen, dass ich wirklich in Kanada genommen werde?! Ein Monat später trudelten die Zusagen vom CIEM ein – und ich wurde tatsächlich für Vancouver nominiert. 😀 WUHU!

Keine Woche nach der Zusage hatte ich meine Unterkunft gebucht. Es folgte ein Haufen an Dokumenten, die ausgefüllt und bestätigt werden mussten. Das Learning Agreement wurde verfasst, die Partneruni kontaktiert und so weiter. Als alles fixiert war, buchte ich meinen Flug, die Sommerferien begannen und meine Gedanken waren so ziemlich überall, außer bei der Tatsache, dass ich bald für vier Monate auf ein anderes Kontinent ziehen würde.

Dann war der Tag plötzlich da…

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Montag, 29. August

Hilfe, es geht los!

Monatelange Vorbereitungen, tagelanges einpacken und ein Wochenender voller Verabschiedungen. Trotzdem fühlte ich mich noch nicht so richtig bereit.
Morgens um sieben Uhr ging es mit Koffer, Trolley, Rucksack und einem Haufen Lampenfieber zum Flughafen. Beide meiner Koffer hatte Übergewicht, mein Trolley wurde eingecheckt, weil er zu groß war, der Security Check verlief reibungslos und plötzlich saß ich auch schon  im Flieger nach Amsterdam.
Von Amsterdam ging es in ein riesiges KLM Langstreckenflugzeug (mein Papa könnte jetzt genau sagen, welches Model, welches Triebwerk, wie der Pilot hieß und was es zu essen gab  😉 ), das mich weg von der Heimat, über den Atlantik und an das westlichste Eck von Kanada brachte.

Adieu Österreich, Hallo Vancouver!

Obwohl ich rund zwölf Stunden unterwegs war, kam ich zur gleichen Zeit in Vanocuver an, zu der ich in Amsterdam weggeflogen war. Verrückt! Die Immigration dauerte seine Zeit, verlief aber ebenfalls reibungslos. Schon saß ich im Taxi zu meinem neuen Zuhause. Die Berglandschaft von Vancouver leuchtete mir einladend entgegen und langsam verschwand die Angst und es machte sich Aufgregung breit.  Juhu Kanada – hier bin ich! 🙂

Das Haus, in dem ich für vier Monate ein Zimmer gemietet habe, stellte sich als noch schöner heraus, als es auf den Fotos ausgessehen hatte. Ein Platz zum Wohlfühlen, in einer ruhigen Nachbarschaft, umgeben von Parks und Wäldern, mit einer Busstation direkt vor der Türe.


 

Dienstag, 30. August

Ab nach Vancouver!

Nachdem ich gefühlte zwölf Stunde geschlafen hatte, machte ich mich auf, um Vancouver zu erkunden. Auf dem Weg in die Stadt, machte ich mich mit den Bussen sowie dem Sky Train von Vancouver bekannt. Beides funktioniert super, ist hoch frequentiert und einfach zu verstehen. (Vergiss nur niemals, dich beim Busfahrer zu bedanken, wenn du aussteigst! Niemals!) Leicht orientierungslos spazierte ich die Granville St. entlang und wanderte bis zu Granville Island.

Granville Island ist eine kleine Halbinsel am anderen Ufer des False Creek. Hier liegt eine Markthalle mit einer Auswahl an lokalen Spezialitäten und ausgefallenen Delikatessen, sowie ein Haufen Hipster-Shops und Kunstateliers. Zusätzlich bietet die Insel einen großartigen Blick auf die Skyline von Vancouver’s Downtown.

 

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Mittwoch, 31. August

Wo bin ich?

Immer noch sehr getjatlaged beschloss ich, es ruhig anzugehen und meine umliegende Nachbarschaft zu erkunden. Keine fünf Minuten später verlief ich mich hoffnungslos in einem klitzekleinen Wald, direkt vor meiner Haustüre. Es kostete mich eine halbe Stunde, um heil wieder nach Hause zu finden. An meinem Orientierungssinn muss ich definitv noch arbeiten. Vielleicht war es auch nur der Jetlag 😛


 

Donnerstag, 1. September

Orientation Day 1 Orientation Day!

Yai! Heute war der erste Tag auf meiner Uni, der Kwantlen Polytechnic University. Mein Campus liegt in Surrey, ein suburb von Vancouver, der mit SkyTrain und Bus innerhalb einer Stunde zu erreichen ist.
Der Orientation Day wurde von Studenten der KPU als Einführung für First-Year-Students,  internationale Studenten und Austauschstudenten organisiert.
Wir wurden in Kleingruppen aufgeteilt und bekamen von unserer Team-Leaderin den Campus gezeigt, holten unsere Studentenausweise ab, kauften unsere Bücher und bekamen einen Haufen gratis Zeugs. Ein cooler Tag als First-Year-Student 🙂


Freitag, 2. September

Orientation Day 2

Der zweite Orientation Day wurde nur für internationale Studenten und Austauschstudenten veranstaltet. Ein beachtlich großer Teil der internationaler Studenten am Surrey Campus kommt aus Indien. Weitere Teile kommen aus China, Japan, Korea, Brasilien, den Philippinen, Vietnam oder Nigerien.

Die neun Austauschstudenten der KPU kommen aus China, Japan und Korea. Ahja und dann ist da noch dieses eine Mädchen aus Österreich in Europa … nämlich ich 😛

Der zweite Orientation Day war noch besser als der vorige. Wir wurden erneut in Kleingruppen aufgeteilt, hörten Vorträgen über wichtige Dinge wie unsere Versicherungen usw. und fuhren am Nachmittag nach Downtown Vancouver, wo ein Foto Wettbewerb gestartet wurde. Wir bekamen eine Liste mit Orten und Dingen mit denen wir innerhalb einer Stunde Fotos machen mussten. Ich bin sehr sicher, dass unsere Gruppe gewonnen hat – wir waren definitiv die Besten 😛


Samstag, 3. September

Chinatown, Gastown, Yaletown

Ich nutzte den ganzen Tag für noch mehr sightseeing, um Vancouver ein Stück besser kennen zu lernen, und startete meine Tour im authentischen, nicht sehr touristischen Chinatown.

Auf meinem Spaziergang gelang ich ungeplanterweise auf die Hasting Street, was sich als schockierendes und abschreckendes Erlebnis herausstellte. Teile von Downtown Eastside, insbesondere die Hastings Street, sind das Ghetto von Vancouver, geprägt von Drogen und Prostitution. Hier wimmelt es von Obdachlosen und zwielichten Gestalten, die mir als Touristin mit Spiegelreflexkamera in der Hand wirklich Angst gemacht haben.

Ich muss fairerweise sagen, dass mich niemand komisch angeredet hat und auch meine Vermieterin hat mir versichert, dass es dort für Touristen eigentlich sehr harmlos ist. Der Anblick war dennoch wirklich schockierend; weder in Wien noch in London, noch in irgendeiner anderen Stadt, hab ich jemals so viele obdachlose Menschen auf offener Straße an einem Fleck gesehen. Kein Ort wo ich so schnell nochmal hinmöchte.

Von der Hasting Street gelangte ich nach Gastown, das Altstadtviertel von Vancouver und einer meiner neuen Lieblingsplätze. Hier stehen alte Bürgerhäuser mit noch älteren Bäumen, es gibt eine Vielzahl von kleinen Geschäften und sehr schöne Restaurants. Dann ging es wieder nach Downtown, zum English Bay und über die Davie Street, das sehr hippe so genannte “Gay Village” Vancouvers, nach Yaletown. Yaletown war früher die Gegend der Betriebshöfe und Lagerhallen, in denen sich heute stylische Boutiquen und Restaurants befinden.

Innerhalb von drei Stunden lernte ich viele Seiten von Vancouver kennen – größtenteils wunderschön, teilweise abschreckend – die mir gezeigt haben, in was für einer spanennden Stadt ich jetzt lebe! 🙂 Vancouver erinnert mich an eine Mischung aus Berlin und San Francisco –  im positiven Sinne 🙂 Der amerikanische Touch ist natürlich nicht zu übersehen. Alles ist gefühlt zehn Mal so groß wie in Österreich –  Autos, Supermärkte, Häuser, Garagentore, Straßen…
Ahja und es gibt Eichhörnchen. Hunderte. Einfach überall.


Sonntag, 4. September

Sunny Sunday

Einer der schönsten Dinge, die ich in meiner ersten Woche in Vancouver festgestellt habe ist, dass es neben der Großstadt auch unglaublich viel Natur gibt.
Keine zehn Minuten von meinem Haus liegt der Everett Crowley Park, einer von vielen unberührten, verwachsenen Parks in der Stadt. Perfekt, um diese turbulente Woche Revue passieren und ausklingen zu lassen 🙂

Dickes Bussi an alle Liebsten zuhause, ich vermisse euch & es geht mir gut 🙂

 

 


Links: Erste Woche in London (September 2014) & Interrail Trip 2015

One Reply to “Welcome to Vancouver – Week 1”

  1. […] Tage sind vergangen, seit ich das erste Mal kanadischen Boden betreten habe. In meiner ersten Woche habe ich mich in der eigenen Nachbarschaft verlaufen und euphorisch über jedes Eichhörnchen […]

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